Mittwoch, 8. Februar 2012

Winterabenteuer adé

Vielleicht hatte ich den Mund doch etwas zu voll genommen von wegen "Andere machen Skiferien, WIR machen Winterabenteuer". Oder anders gesagt, die Strafe für meine Grosskotzigkeit folgte auf dem Fusse.

Nachdem ich glücklich und ausnahmsweise ohne Stau in Gstaad angekommen war, die Schneeketten innert 5 Minuten montiert hatte und ich ohne einmal Schleudern den Berg hinaufkam und mich somit in einem emotionalen Hochflug befand fing das Desaster an. Da es ordentlich geschneit hatte seit wir anfangs Januar oben waren war unser vom Schwiegervater über Weihnachten schön gespurter Weg leider nicht mehr gespurt sondern nur noch tief. Also ein Tiefschneeweg. Für mich mit den Schneeschuhen ein Klacks, für die Kleinste jedoch, der halt noch keine Schneeschuhe passen, war es eine sportliche Höchstleistung ihre Beine bei jedem Schritt aus dem bis zum Knie gehenden Tiefschnee zu ziehen. Dementsprechend unwitzig war unsere Ankunft nach 10 Minuten bei der Hütte, mit viel Geheul und Gemotze.

Weiter ging es dann damit dass der Schnee vom Dach gerutscht war, exakt vor die Tür, hinter der der Schlüssel hängt. Als ich versuchte den Schnee wegzuschaufeln hatte ich einen kurzem Moment lang das Gefühl, er lache mich aus. Da war nämlich keine Schaufel reinzukriegen. Zum Glück handelt es sich bei besagter Tür um eine zweiteilige Stalltüre und somit kletterte das Mutti über den unteren Teil der Türe hinein und mit Schlüssel in der Hand wieder hinaus.

Endlich im Inneren unserer Hütte angelangt folgte der obligate erste Blick auf das Thermometer. Der erste Blick fiel auf die 10. Geht ja noch, dacht ich erst, auch wenn es mich irritierte dass wir aussahen wie Dampfloks wenn wir redeten... Sie verstehen, Dampfloks... die so Dampf ausstossen, also bei uns aus dem Mund... nicht wegen des Gewichts oder so (ja, wir sind immer noch etwas überempfindlich betreffend Nikotinkilos...). Beim zweiten Blick sah ich dann das "-" vor der 10. Wir hatten also minus 10 Grad IM Haus. Ein wenig geschockt aber immer noch sehr motiviert und optimistisch fing ich an den Ofen anzufeuern, packte die Kinder mit den Skihosen in die Bettdecken, packte noch 2 Bettflaschen darunter, startete den Laptop und liess sie "Die wilden Hühner" schauen. Zur Ablenkung vor der Kälte. Und damit ich in Ruhe schnell das Haus durchchecken konnte.

Die richtig grosse Ueberraschung folgte dann im Badezimmer. Die Badewanne war halb gefüllt mit Wasser. Der Wasserhahn tropfte, und die Abwasserrohre waren zugefroren. Wenn schon beschissen, dann gleich richtig. Und weil die Abwasserrohre gefroren waren, war auch das Klo gefroren. In der Schüssel und im Spülkasten. Selten schon musste ich so dringend aufs Klo wie genau in diesem Moment. Typisch Weib!

Als wir nach 2 1/2 Stunden dauerfrieren dann doch schon 2 Grad plus hatten beschlossen wir in demokratischer Furter-Frauen-weise dass wir uns das nicht antun müssen, uns unser Haus ja nicht davonläuft (höchstens davongefriert), wir sehr flexibel sind und deshalb das Winterabenteuer halt abbrechen. Scheiss drauf! Ich liebe unsere Hütte abgöttisch und fühl mich normalerweise pudelwohl dort, aber zu kalt ist einfach zu kalt. Nachdem wir also das Wasser abgestellt hatten und ein kleines Stossgebet gegen Himmel gesprochen hatten dass die Rohre auch beim Auftauen durchhalten werden haben wir den Rückzug angetreten und haben uns 4 Stunden lang im wunderbar warmen Wasser im Gstaader Hallenbad aufgetaut, bevor wir wieder den Rückweg ins warme Daheim angetreten haben. Uebrigens eins der schönsten Hallenbäder die ich schon je gesehen habe. Alles mit Holz und natürlich einer atemberaubenden Aussicht.

Seither geniessen wir also die Skiferien zu Hause, liegen morgens zusammen im Bett, ich mit einem warmen Kafi in der Hand, die Mädels mit ihren Plüschviechern, und schauen auf dem Laptop einen Film. Die Filme hatten wir extra für Gstaad auf den Mac geladen, wir haben nämlich dort keinen Fernseher, und holen uns halt so unsere Erholung und das spezielle Ferienfeelig ins eigene Zuhause. Geht auch. Und fühlt sich warm und kuschlig an!

Kommentare:

Maya... hat gesagt…

die minustemperaturen haben wir ja hier auch.... und in der wohnung selbst müssen sie ja nicht unbedingt sein... :-)

und verzeihen sie mir liebste frau familienwahnsinn, dass ich während des lesens nen megagrinsen im gesicht hatte!

herzlichst!

Frau Familienwahnsinn hat gesagt…

Frau Pfeilinchen, genau so seh ich das auch. Draussen kann ich die Kälte ignorieren, ich kann nämlich gut und gerne 24 Stunden drinnen hocken, das macht mir gar nichts aus!! Aber drinnen minus, nö, das muss nicht sein, ne. jaja, und grinsen ist durchaus erlaubt, frau pf.! :-D lieber als zähneklappern!!